Antikmarmor
In unserer Ausstellung sehen Sie Natursteine aus aller Welt. Man unterscheidet zwischen Weichgesteinen wie Marmor, Kalkstein, Schiefer, Serpentin, Dolomit-Marmor, Brekzien und Hartgesteinen wie Granit, Gneis, Granulit, Gabbro, Syenit, Migmatit, Quarzit.
Der für den Endverbraucher wichtigste Unterschied liegt in der Beanspruchung der Steine:
Marmor und Kalksteine erreichen die Stufe 3 der Härteskala nach Mohs. Dolomit-Marmor hat die Stufe 4 nach Mohs. Gneise, Granulite, Gabbro, Syenite und Migmatite schwanken zwischen Mohs 6 und 6,5 Granite und Quarzite haben die höchste Stufe: Mohs 7.
Da Quarz, das Hauptmineral im Sandkorn, die Härte Mohs 7 aufweist, kann ein Weichgestein sehr leicht zerkratzt werden. Granit wird durch Sand nicht zerkratzt, da es die selbe Härte aufweist wie Quarz. Zur Verdeutlichung: jede Stufe nach Mohs ist 10mal härter als die vorherige! Auch sind die Weichgesteine empfindlich gegen Säuren und Laugen, hier sind die meisten Hartgesteine wesentlich widerstandsfähiger.
Marmor
Marmor ist ein kristallines, mehr oder weniger grobkörniges, überwiegend aus Calcit (über 50%), seltener auch Dolomit bestehendes Gestein, das bei der Metamorphose durch Sammelkristallation aus feinkörnigem sedimentärem Kalkstein oder Dolomit entstanden ist. Das Gefüge ist massig, richtungslos-körnig. Reiner Marmor ist weiß. Färbung kann durch Metalloxide (braun, gelb, rötlich), Graphit, Kohle, Bitumen (grau, schwarz), Chlorid (grünlich) eintreten, z.T. flecken- oder aderförmig (Marmorierung).
Marmor wird vor allem zur Herstellung von Baumaterialien (Fassadenverkleidung) und Bildhauerarbeiten verwendet.
Vorkommen:
Bereits in der Antike wurde in Carrara Marmor gewonnen. Und auch heute ist Italien noch der wichtigste Produzent (1988: 6,5 Mio., davon 1,5 Mio. aus dem Raum Carrara; Abbau von Marmor und anderem Hartgestein weltweit rd. 23 Mio.) und Exporteur (1997 im Wert von 3770 Mrd. Lire). Hochwertiger Marmor wird auch in Brasilien, Spanien, Portugal, Griechenland, der Türkei, Indien, der GUS-Staaten und in Südkorea gewonnen.
Dolomit
Dolomit ist ein grauweisses, auch gelbes oder bräunliches Mineral der chemischen Zusammensetzung MgCO 3 * CaCO 3..
Härte nach Mohs 3,5-4, Dichte 2,85-3 g/cm3, damit etwas härter als "normaler" Marmor. Dolomit bildet trigonal-rhombeodrische Kristalle, meist dichte, körnige Massen. Dolomit entsteht überwiegend hydrothermala (in Erzgängen) und durch Metasomatose (aus Kalkstein: Dolomit-Gestein).
Ebenfalls zählt zu der Bezeichnung Dolomit, wenn zwar überwiegend Dolomit der Bestand teil des Minerals ist, aber durchaus auch v.a. Calcit enthalten ist.
Beispiele:
Palissandro
Volakas
Thassos
Ajax
Kalkstein (Kalk)
Kalkstein besteht überwiegend aus Calciumcarbonat, v.a.Calcit, daneben Aragonit z.T. auch Dolomit, Siderit, teilweise auch mit Beimengen von Eisenverbindungen und Ton, ist ein weit verbreitetes Sedimentgestein, das meist im Meerwasser (v.a. von warmen Flachmeeren), aber auch auf dem Festland (an Quellen, in Flüssen und Seen sowie, in Trockengebieten, als Kalkkrusten an der Erdoberfläche) entstanden ist. Die Ablagerungen bildeten sich seltener durch unmittelbar chemische Ausfällen, sondern im allgemeinen biogen, aus Kalkschalen oder -skeletten von Korallen, Muscheln, Schnecken, Kalkschwämmen, Moostierchen, Armfüßern Stachelhäutern, Foraminiferen.
Zu unterscheiden sind:
Dichter, feinkörniger, gut geschichteter (Plattenkalke) oder als Massenkalk in unregelmäßigen, ungeschichteten, vielfach stockförmigen Riffen vorkommender Kalkstein. Der Kalkstein ist oft durch Verunreinigungen unterschiedlich (grau, gelb, rot, braun, schwarz) gefärbt und vielfach reich an Fossilien.
Poröser Kalkstein
Erdiger Kalkstein
Oolithischer Kalkstein
Kristalliner Kalkstein (Marmor)
Technisch wird jeder polierbare Kalkstein mit gewissen Beimengungen oder mit Adern als Marmor bezeichnet. Die "echten" Marmore sind kristallin und durch Umwandlung von dichten Kalksteinen entstanden.
Dichte Kalksteine und auch grobporige Kalksteine (Travertine) besitzen in der Regel eine gute Festigkeit und Frostbeständigkeit. Sie sind jedoch an der Oberfläche mehr oder weniger empfindlich gegen Verschleiß und säurehaltige Luft.
Die geringe Härte erleichtert die Bearbeitung. Manche Marmore sowie Juraschiefer und weiche, feinporige Kalktuffe sind nicht witterungsbeständig.
Einige bekannte Kalksteine:
Nero Marquina
Rosso Verona
Jura gelb, gelb-gebändert, grau
Solnhofen
Botticino
Perlato Royal
Travertin
Granit
Granit ist das mengenmäßig häufigste Tiefengestein, in allen Farben auftretend. Granit ist mittel- bis grobkörnig.
Granit besteht aus: Quarz (20-60%), damit Hauptbestandteil, Feldspäten, Biotit (dunkler Bestandteil), Pyroxene (dunkler Bestandteil), Hornblenden, Muskovit
als akzessorische Bestandteile: Zirkon, Apatit, Turmalin, Topas, Titanit, Monazit, Granate u.a.
Einige bekannte Granitsorten:
Rosa Beta
Bianco Sardo
Rosa Porino
Rosso Balmoral
Bethel White
Bianco Cristal
Tarn
Gabbro
Eine Gruppe von dunkler, überwiegend mittel- bis grobkörniger, Tiefengesteine, bestehend hauptsächlich aus basischem Plagioklas (50-60%; davon über 50% Anorthit), monoklinem oder rhomb. Pyroxen (25-40%) und Olivin (0-25%), ferner z.T. aus Hornblende, Biotit, Erzen u.a.; oft durch nachträgliche Umwandlung von Plagioklas, Pyroxen und Olivin verändert
Sehr bekannt sind:
Nero Impala
Star Galaxy
Nero Assoluto
Gneis
Gneis entspricht im großen und ganzen einem geschichteten Granit. Gneise erreichen nicht ganz die Härte von Granit, aber mit Mohs 6-6,5 zählen sie zu den harten Steinen.
Achtung: einige Gneise enthalten das Mineral "Pyrit", welches durch Umwelteinflüsse sich in dreiwertiges Eisen umwandeln kann und somit zu Ausrostungen im Stein führen kann (ein bekannter Vertreter: Serizzo).
Einige bekannte Gneise:
Multicolor (ein Migmatit)
Lila Gerais (ein Orthogneis)
Silver Cloud (ein Paragneis)
Paradiso (ein Migmatit)
Juparana (ein Orthogneis)
Kashmir White (ein Granulit)
Kinava (ein Migmatit)
Serizzo (ein Orthogneis)
Verde Spluga (ein Paragneis)
Natursteine mit besonderen Eigenschaften
Graue Granite verfärben sich auch ohne Fremdeinwirkung im Laufe der Zeit durch den Limonitisierungsprozeß gelb-braun. Dabei wird das zweiwertige Eisen der Biotit-Glimmer abgespalten und in dreiwertiges Eisen umgewandelt (Eisenhydroxid).
Gelbe Granite verfärben sich beim Flammen ins Rötliche.
Larvikite (z.B. Blue Pearl) sind bei der Verlegung um 90o zu drehen, um je nach Lichteinfall und Betrachtungsposition ein gleichmäßiges Erscheinungsbild zu erreichen.
Der Gabbro Nero Impala kann in poliertem Zustand selbst bei normaler Frequentierung in kurzer Zeit matt werden.
Das intensiv blaue Mineral Sodalith (enthalten in z.B. in den Foyait-Gesteinen Azul Bahia und Blue King ) verliert unter Einwirkung von chemischen Agressorien seine Farbe und wird zersetzt.
Inhaltstoffe schwarzer Tonschiefer sind bituminöse Kohlenwasserstoffverbindungen, die hydrophob, also wasserabweisend wirken. Dieser Umstand macht bei der Verlegung in Zementmörtel die Verwendung einer Haftschlämme zur Verbesserung der Adhäsion zwingend erforderlich. Die geringe Mohshärte bedingt eine hohe Kratzempfindlichkeit. Im Laufe der Nutzung werden Kratzer wieder "ausgeschliffen" und erst dann entsteht der typische Schiefercharakter, der gewollt ist.
Speziell bei dem Marmor Bianco Carrara ist mit Taroli (kleinen Löchern) zu rechnen. Verhältnismäßig hohes Verfärbungsrisiko.
Rosso Verona zeigt an der Oberfläche eine natürliche Rissbildung.
Serpentinite , z.B. Verde Alpi oder Verde Guatemala, schüsseln = konkave Biegung nach der Verlegung, bedingt durch Hydration (Volumenvergrößerung durch Wasseraufnahme). Dieser Prozess kann auch bei anderen Materialien mit hoher Wasseraufnahme (insbesondere bei geringer Stärke) auftreten (z.B. Imperial White). Empfehlung: wasserfreie Kleber auf Reaktionsharzbasis verwenden.
Bei Granuliten, ein bekannter Vertreter ist Kashmir White, besteht eine gesteinsimmanente Verfärbungsgefahr durch Ausrosten (Limonitbildung) der Granate.