Bodenfliesen
Der Ausgangsrohstoff für gebrannte keramische Fliesen ist Ton. Unter Zugabe von Quarz und Feldspat bzw. auch mineralischen Zuschlagsstoffen wird er entweder als Trockenpreßmasse zu keramischen Fliesen und Mosaiken (Feinkeramik) oder als plastische Masse mit höherem Wassergehalt "stranggepreßt" zu Spaltplatten (Grobkeramik) geformt - sehr bekannt ist hier Cotto. Durch das Brennen bei Temperaturen zwischen 900 und 1200 Grad Celsius erreichen die getrockneten glasierten oder unglasierten Fliesen-Rohlinge dann ihre endgültigen Gebrauchseigenschaften und Gütemerkmale.
Die wesentlichen Kriterien bei Keramikbelägen sind Wasseraufnahmefähigkeit (wegen der Frostsicherheit) und Beanspruchbarkeit der Oberfläche der Fliesen.
Keramische Bodenfliesen gibt es in glasierter und in unglasierter Ausführung. Unglasierte Fliesen werden vor allem in Bereichen eingesetzt, die einer starken Beanspruchung unterliegen. Da die Fliesen nicht glasiert sind, kann hier auch keine Glasur zerkratzt oder abgelaufen werden. Unglasierte Fliesen werden meist in erdigen braunen, roten oder rotbraunen Tönen eingesetzt. Normale unglasierte Fliesen haben aber den Nachteil, dass sie meist empfindlich gegen Fett- und Ölflecken sind. Deshalb sollte in entsprechend gefährdeten Bereichen ein Schutz durch Imprägnierung aufgebracht werden (dies gilt nicht für unpoliertes Feinsteinzeug in guter Qualität). Bei Cottofliesen ist im Innenbereich eine zusätzliche Behandlung erforderlich.
Bodenfliesen gibt es seit langer Zeit mit glasierter Oberfläche. Da jede Glasur bei Begehung einem Verschleiß (vorwiegend durch Sand) unterliegt, werden die einzelnen Serien getestet und in 5 verschiedene "Beanspruchungsgruppen" eingeteilt:
Gruppe 1 = leichte Beanspruchungen (besser nicht als Boden einsetzen)
Gruppe 2 = weniger starke Beanspruchungen (Bad + WC, Schlafzimmer)
Gruppe 3 = mittelstarke Beanspruchungen (Wohnzimmer)
Gruppe 4 = stärkere Beanspruchungen (Flur, Küche, Terrasse)
Gruppe 5 = starke Beanspruchungen (Läden, Restaurant)
Seit etwa 10 Jahren gibt es eine neue Art der Keramik: Feinsteinzeug. Hier sind die technischen Vorzüge der "normalen" unglasierten und glasierten Steinzeugfliesen kombiniert: Da diese Feinsteinzeugfliesen keine Glasur haben, ist dieses Material auch für die stärkste Beanspruchung auf Dauer einsetzbar. Aber durch die geringe Wasseraufnahme (gutes Feinsteinzeug hat eine Wasseraufnahme von höchstens 0,05%) sind diese Fliesen auch recht fleckunempfindlich. Und natürlich absolut frostsicher!